*Kunst & Corona 2021*

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Allen, die dies lesen, wünsche ich von Herzen einen guten Start in ein gesundes, erfülltes neues Jahr 2021!

Für die Kunst, die Künstler, alle selbständigen Kreativen und Kulturschaffenden war das vergangene Jahr wirklich schwer und hat mehr Geduld und innere Überzeugung erfordert, als es das freie kreative Leben ohnehin jeden Tag verlangt. Die Kunstbranche wurde in weiten Teilen in 2020 „ruhiggestellt“. Das war für sehr viele Betroffene ein harter Einschnitt, der ans Eingemachte ging. Jedoch: Es muss auch denjenigen, die lautstark schimpfen, Pandemie-müde sind oder die keine Angst um sich oder Ihre Liebsten haben, oder aber (für mich vollkommen unverständlich) den Virus verharmlosen oder gar verleugnen, klar sein, dass alle Maßnahmen, Einschränkungen und Absagen letztlich ein Akt der Solidarität, Mitmenschlichkeit und Verantwortung sind – für alle, die sich nicht schützen können oder die dem Virus in ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind und denjenigen helfen, die Hilfe oder Pflege benötigen. Ich möchte mich ausdrücklich nicht dem fordernden Ruf vieler freischaffender Künstler*Innen anschließen nach wiederholter Unterstützung und dem wilden Beschuldigen von vermeintlichen Verantwortlichen, gerne Politikern, für die schwierige Situation. Für mich ist es keine Frage von Schuld oder Entschädigung, sondern von Verständnis, Verantwortung und dem Erkennen eines übergeordneten Zusammenhangs. Der Virus stellt die ganze Welt vor eine Herausforderung, alle als Gemeinschaft und jeden Einzelnen als Individuum. Und wenn mein persönlicher kleiner Beitrag zur Weltrettung in diesem Jahr darin bestanden haben soll, dass einige Projekte, Ausstellungen ausgefallen sind und es deutlich schwieriger war, Menschen und Kunst zusammenzubringen – keine Frage!-, dann habe ich das „gerne“ in Kauf genommen. Jeder kann hier und heute mit kleinen Dingen, Entbehrungen helfen, dass wir als Ganzes, als menschliche Gemeinschaft den Schaden minimieren, der viele von uns bereits erreicht hat.

Natürlich war auch mein Kunstjahr nicht das Beste. Jedoch zeigt sich in solchen Phasen, ob der innere Antrieb, der Kreativ-Motor noch läuft. Kunst-Machen ist letztlich eine selbstgewählte Lebensform, eine Berufung, eine subjektiv empfundene Aufgabe. Wir Künstler*Innen folgen in erster Linie einem persönlichen Schaffensdrang. Dieses Selbstverständnis ziehen wir ja auch sonst gerne als Rechtfertigung für unser (manchmal absurdes) Handeln heran. Aber wir und unsere „Erzeugnisse“ sind bei aller Liebe zu diesem Beruf, den ich mit großer Leidenschaft seit Jahren ausübe, nicht „systemrelevant“ im Sinne von überlebenswichtig – und das ist hier wörtlich gemeint! Für einen selbst vielleicht. Aber nicht für andere Menschen. Dann wäre Kunst nicht überwiegend so brotlos, wenn jeder Mensch sie zwingend zum Leben bräuchte. So viel Distanz und Klarheit zum eigenen Handeln sollte man haben. Aber Gesundheit braucht definitiv jeder Mensch für ein lebenswertes Leben.

Meine kritischen Worte möchte ich richtig verstanden wissen – es geht mir nicht um eine Herabwürdigung oder Banalisierung meiner eigenen beruflichen Branche, sondern um eine realistische, vielleicht auch verantwortungsvolle Positionierung unserer Tätigkeit in ein gesamtgesellschaftliches Geflecht angesichts einer absoluten medizinischen Ausnahmesituation, national und global. Angesichts dessen sollten wir Künstler*Innen in meinen Augen ein kleinwenig leiser nach Entschädigungen und Hilfen rufen. Wir alle hatten die Wahl. Und Künstler*in wird man nicht aus Versehen, aus Verlegenheit oder aus Tradition. Man wird es aus einem inneren, überspitzt gesagt aus einem egoistischen Drang. Wenn man dann noch gefällt oder begeistert -wunderbar. Aber wer es auf ein gesichertes monatliches Einkommen abgesehen hat, muss aus meiner Sicht ohnehin das Fach wechseln.

Die Kunst bleibt eben süchtig nach / abhängig vom Publikum, egal ob darstellend oder bildend. Wenn das Publikum fehlt, fehlt der Kunst das Gegenüber, das kritische Auge, der Applaus. Hoffen wir, dass es die Lage bald zulässt, dass Bilder wieder live betrachtet, Musik wieder live gehört und Stücke wieder live erlebt werden können. Denn ich bin durchaus der Überzeugung, dass Kunst eine große Bereicherung für unser aller Leben ist, dass Kunst den Menschen beglücken kann, ihn sinnlich herausfordern oder aber auch trösten oder nachdenklich machen kann. Kunst IST mir wichtig, nur gibt es Lebenslagen, in denen man Prioritäten erkennen muss, denke ich.

Danke an alle Galerien, Kund*Innen, Freund*Innen, Menschen, die sich auch im Jahr 2020 für meine Malerei begeistert und mich ausgestellt, besucht, kontaktiert, unterstützt oder beauftragt haben!

Eigentlich KANN in 2021 das Allermeiste nur besser werden! ***bleibt solidarisch, bleibt zuhause, bleibt gesund***

***AUF EIN GUTES JAHR 2021!***